"Buchautor Hans-Georg Noack zählt zu den fast vergessenen Burger Persönlichkeiten"

Eine zutreffendere Überschrift für den in der Burger Volksstimme vom 11. Februar 2006 abgedruckten und mit seiner freundlichen Zustimmung nachfolgend wiedergegebenen Bericht über Hans-Georg Noack hätte Herr Nüchterlein wohl kaum finden können.

Erinnerungen zum 80. Geburtstag - Von Paul Nüchterlein

Burg. Am 12.Februar 1926 wurde Hans-Georg Noack geboren. Er stammte aus einfachen Verhältnissen, sein Vater war Hauswart und Kassenbote bei der damaligen Spar- und Gewerbebank zu Burg in der Schartauer Straße 8 (Foto). Von 1936 bis 1942 besuchte er die hiesige Mittelschule. Von seinen ehemaligen Mitschülern wohnt und lebt noch Gerhard Oehm in Burg, der sich noch lebhaft an seinen Mitschüler erinnert, denn als Schüler war er damals auf dem Nachhauseweg mehrmals in der Wohnung der Familie gewesen.

Wie die meisten Jungen, war Noack bei der Hitler-Jugend, im zweiten Weltkrieg Soldat und arbeitete 1944 bis 1947 als Kriegsgefangener in einer belgischen Kohlengrube. Von 1948 bis 1953 war er Sekretär des Christlichen Vereins Junger Männer in Brüssel. Sein erstes Buch erschien 1955. Seit 1969 war er freier Schriftsteller und seit 1973 Verleger. Als Übersetzer machte er viele anglo-amerikanische und französische Autoren in Deutschland bekannt.

Seine Jugendromane beschäftigen sich mit Rassismus, Arbeitslosigkeit, der Situation der  „Gastarbeiter“ in Westdeutschland und anderen sozialen Problemen. Seine Erfahrungen im Dritten Reich waren ihm ein Ansporn, mit seinen Büchern aufklärerisch zu wirken. Noack fasste seine schriftstellerische Arbeit als pädagogische Berufung auf. Seine Romane wurden vielsprachig übersetzt. Noacks Gesamtwerk umfasst 28 Bücher mit einer Gesamtauflage von vier Millionen Exemplaren.

Als literarische Fleißarbeit hat er zudem 150 Bücher aus drei Fremdsprachen ins Deutsche übertragen. 1990 erhielt er als Auszeichnung den Friedrich-Bödecker-Preis. Sein Preisgeld von 4000 D-Mark verdoppelte er als Geschenk an die Stadtbibliothek „Brigitte Reimann“. Damals besuchte der Träger des Bundesverdienstkreuzes und Jugendbuchautor Hans-Georg Noack seine Geburtsstadt Burg.

2005 wurde Noacks Roman „Rolltreppe abwärts“ unter der Regie von Dustin Loose verfilmt und gelangt demnächst in die bundesdeutschen Kinos. Diesen Film konnte der Autor nicht mehr erleben, denn er verstarb am 15.November 2005  in Würzburg.

Wenn die Otto-von-Guericke-Universität das Buch „Magdeburger Biographisches Lexikon“(siehe Zusatz) noch einmal auflegen sollte, müsste von der in Burg fast vergessenen Persönlichkeit ein Eintrag aufgenommen werden.

Zusatz: Die Deutsche Bibliothek - CIP-Einheitsaufnahme Magdeburger Biographisches Lexikon: 19. und 20.Jahrhundert / hrsg. von Guido Heinrich ; Gunter Schandera – Magdeburg : Scriptum-Verl.: 2002 Nebent.: Biographisches Lexikon für die Landeshauptstadt Magdeburg und die Landkreise Bördekreis, Jerichower Land, Ohrekreis und Schönebeck. ISBN 3-933046-49

Ein Burger Jugendbuchautor

Vielleicht aber ist Hans-Georg Noack doch noch einigen Schülern aus den Jahren nach 1990 bekannt, denn er hat bei den Besuchen in seiner Heimatstadt in hiesigen Schulen (z.B. der damaligen POS II) Lesungen aus seinen Büchern gehalten. Bekannt ist ebenfalls, dass von seinen zahlreichen Übersetzungen „Die Welle“ des amerikanischen Schriftstellers Morton Rhue  am Burger Roland-Gymnasium im Unterricht behandelt wurde.

Aber damals schon lautete die Antwort auf die Frage: Hans-Georg Noack? Schriftsteller aus Burg? Kennen wir nicht!

Über die Besuche von Hans-Georg Noack in Burg ist s.zt. mehrfach in der Volksstimme  berichtet worden, u.a.von Frau Anita Skupin, der damaligen Leiterin der Stadt- und Kreis-bibliothek Burg und zwar unter folgenden Überschriften:

Noack zu Besuch / Ein Schriftsteller aus Burg ist Präsident der Würzburger Leonhard-Frank-Gesellschaft / Ein Kinderliterat von Format / Ein Jugendbuchautor, der mit seinen Geschichten dem Publikum gefällt / Antenne nie abgeschaltet, sondern schärfer eingestellt. 

Ablichtungen dieser Berichte können in der Gemeindebibliothek eingesehen werden.

Von seinen insgesamt 28 Werken sind die nachstehend abgebildeten Titel in unserer Bibliothek vorhanden und stehen zur Ausleihe zur Verfügung: