Als die Gewitter standen

von Otto Bernhard Wendler

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Am Rande des großen Krieges herrscht das Chaos auf andere Art als
im Kampfgebiet selbst, aber es ist gleich unabwendbar. Und doch finden Menschen in der Hoffnungslosigkeit den Mut zum Leben, suchen Auswege trotz aller Verzweiflung, ahnen bereits, daß dies alles nicht Ende, sondern Anfang ihrer Existenz bedeutet, und Faber Nobrich ist mitten unter ihnen. Auch in dieser zufällig zusammengewürfelten kleinen „Gesellschaft“ im Dorf spielt sich der Kampf ab, der an den Fronten mit aller Entschiedenheit ans Ende gebracht wird.
(Quelle: Schutzumschlag)

Informationen zum Autor

Otto Bernhard Wendler
wurde am 10.12.1895 als Sohn eines Kupferschmiedemeisters in Frankenberg (Sachsen) geboren. Er wuchs in Brandenburg auf, besuchte dort die Mittelschule, danach Präparandenanstalt und Lehrerseminar in Genthin. Nach Ende des Ersten Weltkrieges kehrte er an das Lehrerseminar
zurück und beendete es 1920 mit der ersten Lehrerprüfung. Von 1921 bis 1923 war er Lehrer in Bergzow bei Genthin, wo er seine zweite Lehrerprüfung ablegte. Im April 1927 wurde Wendler als Rektor einer neu gegründeten weltlichen Schule (ohne Religiounterricht) in Brandenburg berufen und begann in diesen Jahren verstärkt literarisch zu arbeiten. Seine teilweise sozialkritischen und antimilitaristischen Romane und Stücke sowie seine reformpädagogische und sozialistische Einstellung bei seiner Tätigkeit als Schulleiter führten schon im Januar 1933 zur zwangsweisen Entfernung aus der Schule durch die Nationalsozialisten. Seit 1933 lebte Otto Bernhard Wendler in Burg bei Magdeburg und stand ab 1936 unter Polizeiaufsicht. Zeitweise schrieb er unter dem Pseudonym Peter Droß und zog sich auf unpolitische Themen zurück.
Durch seine Bekanntschaft mit Schauspielern der UFA wie Hans Albers, Ilse Werner und Heinz Rühmann und den Regisseur Robert A.Stemmle wirkte er auch, zum Teil anonym, an vielen Filmbüchern mit, so u.a. möglicherweise für die herausragenden Filme Große Freiheit Nr.7 und Münchhausen. Durch Stemmle kam er 1937 auch offiziell als Drehbuchautor im Filmgeschäft unter.
Der „zufällige Dichter“, so nannte sich Otto Bernhad selbst, lieferte in seinen späten Romanen Als die Gewitter standen (1954) und Von den sieben Seen (1956) eine profilierte Darstellung von Charakteren ab und glänzte in seinen Texten durch eine ursprüngliche unbekümmerte Sprache.
Nach Kriegsende 1945 bot man Otto Bernhard Wendler an, die Stelle des Oberschulrates in der Provinz Brandenburg zu übernehmen. Er lehnte das ab, wurde dann aber widerstrebend Schulrat im damaligen Landkreis Jerichow I, bevor er schon zwei Monate später mit der Leitung des Kulturamtes im Regierungsbezirk Magdeburg betraut wurde.
(Quelle: Schutzumschlag)

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