Zwei Erzählungen

von Heinrich Böll

Heinrich Böll erweist sich auch in diesen beiden Geschichten als ein Erzähler von Rang. Er wurde in seiner inzwischen stattlichen Anzahl von Romanen und Erzählungen, sowie Hörspielen, Aufsätzen und Reden nicht müde, immer wieder Faschismus, Krieg, Militarismus und inhumane Auswüchse der spätkapitalistischen Gesellschaft anzuklagen. Heinrich Böll geht in dieser Haltung von einem christlich-humanistischen Ethos aus, das nach Wirklichkeitserkenntnis, Wahrheit und Menschentum strebt.
In den Erzählungen „ Ende einer Dienstfahrt“ und „Die verlorene Ehre der Katharina Blum oder: Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann“ nimmt Böll ein weiteres Übel der imperialistischen Gesellschaft, in der er lebt, aufs Korn. Die enge Verstrickung von Politik und Medien, ihre Undurchschaubarkeit für die kleinen Leute und die hemmungslose Manipulation derer, die über diese Machtmittel verfügen. Haben die Gruhls gleichsam als „Ende einer Dienstfahrt“ einen Bundeswehr-Jeep in Brand gesteckt, wird dieser Protest aus Staatsinteresse in den Zeitungen wohlweislich bagatellisiert bzw. verschwiegen, damit er nicht Schule macht. Katharina Blum hingegen, die Titelgestalt der zweiten Erzählung, wird auf Grund von Mutmaßungen der Polizei und Verhören, in denen ihre unverdächtige Vergangenheit untersucht wird, das Opfer einer großangelegten Kampagne der Boulevard-Zeitung. In Sensationsberichten werden Beschuldigte als Überführte angesehen, Verdächtigungen ausgestreut, angeblich belastende Bildreportagen zurechtfrisiert. Diesem Kesseltreiben, auch den anonymen Briefen und obszönen Telefonanrufen, nicht gewachsen, lehnt sich Katharina Blum gegen ihren Hauptpeiniger auf.
„Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ ist ganz wie der Untertitel verspricht ein Beispiel dafür,… „wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann.“
(Quelle: erste Buchseite)

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